Akne bei Erwachsenen

AKNE BEI ERWACHSENEN

Ich bin Lilli, 21 Jahre alt und Business Management Studentin. Ich habe vor dem Studium mein Diplom zur Makeup Artistin gemacht und beschäftige mich unter anderem leidenschaftlich gerne mit Makeup und Skincare. Ich erzähle euch meine Akne-Geschichte in der Hoffnung, dass sich einige, die auch darunter leiden oder litten, sich nicht alleine fühlen und sich eventuell mit meiner Geschichte identifizieren können.

WANN HAST DU AKNE BEKOMMEN?

Ich habe mit 20 Jahren Akne bekommen, also keine aus der Pubertät heraus entstandene Akne, sondern erwachsenen Akne.

WAS WAR DEINE ERSTE REAKTION?

Am Anfang war ich gar nicht überrascht. Ich dachte, dass ich vielleicht zu viele Milchprodukte zu mir genommen habe, da man das ja öfters im Internet liest, dass das ein Auslöser von Hautunreinheiten sein könnte. Als sich meine Haut nicht beruhigte, dachte ich, es wäre die Fortführung durch meine Periode, also hormonell bedingt. Mit der Zeit ist mir dann aufgefallen, dass meine Unreinheiten zwar nicht schlimmer wurden, aber sich meine Haut nicht zu erholen schien.

WIE HAST DU DICH DAMIT GEFÜHLT?

Es war anfangs gar nicht mal so, dass ich mich dafür geschämt habe, sondern es hat mich einfach im Auge gestört. Gerade weil ich bis zu dem Zeitpunkt eigentlich noch nie Probleme mit meiner Haut hatte. Mit der Zeit wanderten meine Ausbruchsstellen und hinterließen hier und da rote Akne narben, obwohl ich mich stark zurückhielt daran rumzudoktern. Das war der Punkt, an dem ich anfing mir wirklich Sorgen über nachhaltige Hautveränderungen zu machen. Bleibt das für immer so? Mag ich mich irgendwann nicht mehr ungeschminkt sehen? Das waren alles Fragen die sich mir an einem Zeitpunkt stellten. Abgesehen von dem Aspekt der Ästhetik, tut das Gesicht natürlich weh. Die Haut spannt und egal ob man spricht oder lacht, die Akne verursacht Schmerzen. Das brachte natürlich auch mit sich, dass man ständig an das lästige Thema erinnert wurde…

HAT SICH DADURCH DEIN STYLE ODER DEIN KAUFVERHALTEN VERÄNDERT?

Abgesehen davon, dass ich mehr Concealer brauchte hat sich nicht viel verändert. Ich muss aber gestehen, dass ich zeitweise meine Lust an Makeup und Skincare verloren hatte. Es war kein Thema mehr, dem ich jeden Tag mit Spaß begegnete, sondern eher ein „ich muss jetzt meine Haut abdecken, weil ich mich nicht den ganzen Tag mit roten Flecken sehen möchte“. Das nahm mir natürlich auch die Kreativität in meiner Makeup Routine. Aber ich glaube fast alles was man mit einem „muss“ bezeichnen würde, stellt eine Tätigkeit dar, die man augenscheinlich nicht gerne verrichtet. 

HABEN DICH JEMALS DIE MENSCHEN IN DEINEM UMFELD DARAUF ANGESPROCHEN ODER HABEN SIE DICH ANDERS WAHRGENOMMEN?

Durch mein Diplom bin ich sehr geübt darin meine Rötungen und Unreinheiten zu kaschieren ohne viel Makeup zu tragen. Deswegen ist es meinen Freundinnen nie aufgefallen. Sie wussten es natürlich, weil ich ihnen davon erzählte, aber selbst dann haben sie mich nicht anders wahrgenommen – denke ich. Meine Familie bekam das schon eher mit. Man kennt es ja, man wird dann ein paar Mal damit aufgezogen und alle lachen herzlich. Ich bekam dann auch manchmal Zeitungsartikel oder Produkte empfohlen von denen meine Familienmitglieder online gelesen hatten. Das war dann auch der Punkt an dem ich eine Hautärztin aufsuchte.

HAST DU DICH VON DEINER HAUTÄRZTIN VERSTANDEN GEFÜHLT UND KONNTE SIE DIR WEITERHELFEN?

So richtig falsch, glaube ich, konnte sie mich nicht verstehen, weil mein Problem ja relativ offensichtlich war. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sie nicht wirklich den Grund meiner Akne herausfinden wollte. Sie verschrieb mir Antibiotika und eine sehr alkoholhaltige Lösung, die mir übrigens beide nicht weitergeholfen haben. Ich bin dann noch zu einer anderen Hautärztin gegangen. Die hat mir gesagt, dass meine Akne durch Stress hervorgerufen wurde. Aber mal ganz ehrlich, wie soll man den Stress auf einmal abstellen? Ich dachte, da muss es doch trotzdem etwas geben, was den Heilprozess fördert.

Ich glaube, dass man in den meisten Fällen den Empfehlungen im Internet nicht glauben sollte, allerdings konnte ich mir so selber weiterhelfen. Ich suchte also nach Akne-Produkte und recherchierte was genau dem Heilungsprozess helfen soll und was der Eindämmung von Akneherden hilft. Dabei stieß ich auf eine Produktreihe, die ausschließlich für Akne formuliert wurde. Auf eben der Seite gab es auch Referenzbilder von den verschiedenen Stadien der Akne. Anhand dessen wird einem dann die Skincare Routine mit den Produkten der Marke vorgeschlagen. Dazu muss ich sagen, dass ich laut deren Bilder nicht mal Stadium 1 war. Ich habe also ein Foto von der Creme gemacht, bin in die Apotheke und habe mir die Spot Treatment Creme bestellt, die mir empfohlen wurde. 

WIE HAT SICH DANACH DEINE HAUT ENTWICKELT?

Ich war überrascht, weil es tatsächlich Veränderungen gab. Damit meine ich nicht, dass ich über Nacht wieder reine Haut bekam, aber ich merkte deutlich, wie die Entzündungen schneller zurückgingen und die Herde sich nicht mehr so stark verbreiteten wie vorher. An meinen Aknenarben konnte ich allerdings bis heute noch keinen Fortschritt erlangen.

WIE IST DER JETZIGE STAND DEINER HAUT? BENUTZT DU IMMER NOCH DIE PRODUKTE, DIE DU IM INTERNET GEFUNDEN HAST?

Ich bin mittlerweile auf den Zustand meiner Haut ziemlich stolz. Klar, sie sieht nicht super ebenmäßig und rein aus, wie vor dem Ausbruch meiner Akne. Dennoch habe ich das Gefühl, die Akne ziemlich gut unter Kontrolle zu haben. Ab und zu bekomme ich auch aus Gründen, die ich mir manchmal nicht herleiten kann noch subklinische Pickel, also die, die unter der Haut bleiben. Dann benutze ich tatsächlich immer noch die gleiche Spot-Treatment Creme, die ich im Internet fand. Allerdings versuche ich sie sporadisch zu nutzen, gerade weil meine Haut nicht mehr so schlimm unter den Symptomen leidet und die Creme gesunde Hautstellen austrocknen kann.

GIBT ES IRGENDWELCHE TIPPS DIE DU UNS NOCH MITGEBEN KANNST, DIE VIELLEICHT NICHT SO HÄUFIG GERATEN WERDEN? 

Ich weiß natürlich nicht, ob das für jeden die Wunderlösung ist, aber ich versuche jeden Tag mindestens einen halben Liter grünen Tee zu trinken. Da ich heiße Getränke nicht mag, mache ich aus etwas Zitrone, dem grünen Tee und stillem Wasser, einen Eistee. Ich habe das Gefühl, dass das Vitamin C in der Zitrone und der grüne Tee von innen gegen die Akne arbeitet und meine Haut lange nicht so leicht zu irritieren ist wie früher. 

Was ich auch noch gerne sagen möchte ist, dass man nicht weniger schön oder liebenswert ist, wenn man Akne hat. Ja, es ist schwieriger sich selber hübsch zu finden mit unreiner Haut, aber man geht viel stärker aus der Sache wieder raus, als man reingegangen ist. Ich bin an dem Punkt angekommen, dass ich auch mit Pickeln und roten Flecken ungeschminkt nach draußen gehe. Die Haut ist ein Teil von uns, beschützt uns unser ganzes Leben und macht nun Mal komische Dinge. Akne ist genauso normal wie Sommersprossen, Dehnungsstreifen oder Falten. Das alles macht dich nicht weniger schön, es macht dich und deine Einzigartigkeit aus.

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